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Medikamentensucht

Medikamentensucht

Beschreibung

Am häufigsten können folgende, in der Regel rezeptpflichtige Medikamente bei unsachgemässem Gebrauch zu einer Medikamentensucht führen:

  • Schlafmittel
  • Schmerzmittel
  • Beruhigungsmittel.

Bezogen auf die darin enthaltenen Wirkstoffe sind es vor allem Benzodiazepine, Z-Drugs sowie Opiate und Opioide. Deren psychoaktive Substanzen beeinflussen die chemische Balance im Gehirn und können dort zu bleibenden strukturellen Veränderungen führen.

Symptome

  • Beschwerden, die bei einer Medikamentensucht auftreten, ähneln oft den Symptomen, aufgrund derer die Betroffenen überhaupt erst mit der Einnahme begonnen haben
  • Durch die zunehmende Toleranzentwicklung steigern Betroffene Dosierung und Dauer der Einnahme nach eigenem Ermessen und ohne Abstimmung mit dem Arzt
  • Die Gedanken- und Gefühlswelt kreist immer stärker um das Medikament
  • Viele Betroffene konsultieren verschiedene Ärzte oder besorgen sich die Medikamente in unterschiedlichen Apotheken
  • Körperliche Beschwerden sind Gleichgewichts- und Bewegungsstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, verringerte Leistungsfähigkeit
  • Im Rahmen der Medikamentensucht können sich seelische Unausgeglichenheit sowie schwere psychische Probleme entwickeln

Diagnose

    Laut der von der WHO (Weltgesundheits­organisation) herausgegebenen internationalen Klassifikation der Krankheiten wird die Medikamentensucht als psychische Störung anhand von sechs Kriterien definiert. Diese Kriterien müssen nicht alle gleichzeitig und dauerhaft erfüllt sein. Als Richtlinie gilt, dass im zurückliegenden Jahr zu einem oder mehreren Zeitpunkten mindestens drei der Kriterien zutreffend sein müssen:

    • Starkes Verlangen oder zwanghafter Wunsch nach der Einnahme des Medikaments
    • Körperliche Entzugserscheinungen bei Ausbleiben oder Einnahmeverzögerung der gewohnten Dosis
    • Kontrollverlust hinsichtlich des Zeitpunkts, der Menge und der Häufigkeit der Medikamenten-einnahme
    • Wirkungsverlust der Medikamente mit evt. anschliessender Steigerung der Dosis
    • Medikamenteneinnahme wird auch bei schwerwiegenden Folgeschäden fortgesetzt
    • Alleinige Fokussierung auf die Medikamente und deren Einnahme, während andere Lebensbereiche zunehmend in den Hintergrund geraten.

    Behandlung

      In der Klinik Wysshölzli besteht die Behandlung aus mehreren Phasen.

      Zu Beginn erfolgt die körperliche Entgiftung, d.h. die schrittweise Reduktion der Medikamentendosis (fraktionierter Entzug oder Substitution), bevor in der anschliessenden Entwöhnung die psychischen Ursachen der Erkrankung therapeutisch aufgearbeitet werden. Häufig handelt es sich um Depressionen oder Angststörungen. In dieser Phase werden zudem alternative Bewältigungsstrategien erarbeitet. Dank medikamentöser Begleitung werden die Symptome des Medikamentenentzugs reduziert.

      Mittels umfassender Rückfallprävention und Lösungen zur Nachbehandlung erfolgt die Vorbereitung auf den Alltag.

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